Martinszentrum Bernburg

Logo

Nachrichten

Auszeichnung zum Architekturpreis des Landes Sachsen-Anhalt 2007

12. 01. 2008

Am 11. Januar 2008 wurde dem Martinszentrum Bernburg die Auszeichnung zum Architekturpreis des Landes Sachsen-Anhalt 2007 in Magdeburg übergeben. Damit wurde die Arbeit des Architekturbüros Weis & Volkmann, Leipzig (Gunnar Volkmann, Ilona Brauer, Winfried Hammermüller und Olaf Hörl) gewürdigt.

Kultusminister Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz hob in der Beurteilung der Jury unter anderem folgendes hervor:

„Das Martinszentrum in Bernburg ist ein vorbildliches Beispiel für die intelligente Umnutzung einer historisch gewachsenen Situation.

Die schwierige Aufgabe alte und neue Architektur zu verbinden und deren eigenständige Qualität zu verstärken, ist in diesem Projekt sehr gut gelungen. Der mächtige Altbau bleibt unberührt und ist weiterhin das markante stättebauliche Zeichen. Die „leichten“ Neubauten umschließen ringförmig die Kirche und bleiben in ihrer gesamten architektonischen Haltung dem Altbau untergeordnet. Konsequent wird diese Linie in Materialwahl, Gebäudehöhe und Fundierung ablesbar gemacht.

Das Konzept des innen liegenden Schulhofes wird in den Grundrissen vielfältig variiert. Immer wieder werden bereiche freigelassen die zusätzliche Innenhöfe bilden. Sensibel wird dabei auch der Baumbestand integriert. Die Klassen- und Gruppenräume sind entsprechend der verkehrs- und Belichtungssituation entweder zur Straße oder zum Schulhof situiert.

Auch der Innenraum der Kirche wird in das Nutzungskonzept eingebunden. Hier sind die Werkräume untergebracht die gleichzeitig eine Art Empore für die Gottesdienste bilden. Bewusst unterstreicht das Material Holz den Gegensatz zum Steinbau und doch fügt sich dieser wie selbstverständlich ein. Besonders hervorzuheben sind bei diesem Projekt jedoch zwei Aspekte. Die Nachhaltigkeit und der soziale Gewinn. Die nachhaltige Struktur wird bewirkt durch die Verwendung des nachwachsenden Rohstoffes Holz und dem kostenbewussten Einsatz der Mittel. Aber auch durch die Fundierung mit Pfählen wodurch kein Baum gefällt werden musste und generell durch die Wiederbelebung der Bestandsbauten mit dem neuen Eingriff.

Der Soziale Gewinn entsteht schon in der Projektierungsphase indem viele Bürger an der Planung mitbeteiligt werden und dem Ort damit eine neue kulturelle Identität verleihen. Die neutrale Verschränkung von Schule, Hort, Kindertagesstätte und Gotteshaus lässt außerdem einen sozialen Mehrwert erwarten, der sonst nicht gegeben wäre.

Das Projekt Martinszentrum kann man ganz im Sinne von Beuys als soziale Skulptur bezeichnen und für die Innenstadt ist es ein weiterer Schritt zur urbanen Belebung.“

Den Architekturpreis des Landes Sachsen-Anhalt 2007 erhielt das Museum Luthergeburtshaus in Eisleben und der Publikumspreis ging an die Grundschule „Albert Einstein“ in Burg.

Bild vom eingebauten Kubus in der Martinskirche, der den Gymnastik- und den Werkraum enthält.
Kubus in der Martinskirche
Bild
Schulhof
Bild
Auszeichnung - Dr. Kuhn, Förster-Wetzel, Seifert, Philipps, Volkmann und Weis.